AnschlÀge Oslo Norwegen und ein deutscher Held

  • Liebe Menschen aus aller Welt,
    wir gedenken hiermit an diesem Sonntag der Opfer der zwei AnschlÀge vom Freitag in Norwegen.
    Wir sind in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen.
    Ein christlich-fundamentalistischer und radikaler Rechtsextremist, hatte am gegen 15.30 im Osloer Regierungsbezirk eine Autobombe zur Explosion gebracht und danach in einem Ferienlager auf der Insel UtĂžya, bei dem eine Sommerfreizeit mit 560 Jugendlichen der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF stattfand, ein Blutbad angerichtet.
    Bis zum jetzigen Zeitpunkt fanden 77 Menschen den Tod, 8 im Regierungsbezirk von Oslo und 69 auf der Insel Utþya, allerdings werden noch 4 Menschen vermisst, und es kann sein, daß noch Menschen aufgrund ihrer schweren Verletzungen im Krankenhaus sterben.
    Der AttentĂ€ter ist der 32 Jahre alte Anders Behring Breivik, ist gestĂ€ndig und wird durch sein selbstverfasstes Manifest, das gestern gefunden wurde, als wahnsinnig eingestuft. Bei der Vernehmung rechtfertigte er dieses Massaker als "brutal...aber notwendig...". Mit den Attentaten wollte er ein Zeichen gegen die Islamisierung von Norwegen (...Europa..und der ganzen Welt setzen). Die Arbeiterpartei steht fĂŒr eine AuslĂ€nderfreundliche und demokratische Politik.
    Der Mann hat diese Bluttat fast 10 Jahre lang geplant und sich eine Farm in Norwegen gekauft um sich dadurch, zur Tarnung, fast 6 Tonnen DĂŒngemittel (Ammoniumnitrat) zu kaufen, mit dem er die Autobombe mit einer halben Tonne Sprengstoff baute. Wie kann ein Mensch nur so verrĂŒckt werden, soviel kriminelle Energie entwickeln, um solche verabscheuungswĂŒrdigen Taten zu vollbringen? Mit diesen Fragen und Antworten muss sich nun das Gericht, die Gutachter, und vor allem die Verteidigung befassen. Ist Andreas Breivik wirklich verrĂŒckt, oder "macht er nur auf verrĂŒckt"?
    Andreas Breivik wĂ€hlte Geir Lippestad als Wunschverteidiger aus, obwohl dieser selbst ein Mitglied der Arbeiterpartei ist, gegen die sich der Hass von Breivik entlud. Nach circa 12 Stunden tiefster Überlegungszeit sagte Geir Lippestad zu diese schwerste Vertretung zu ĂŒbernehmen. FĂŒr ihn lag dabei sein VerstĂ€ndnis von Demokratie zugrunde, die jedem Menschen eine Verteigung zusteht, sowie die Tatsache, daß irgendjemand diesen Auftrag ja ĂŒbernehmen muss. Leicht gefallen sei ihm diese Entscheidung nicht.
    Mittlerweile steht auch fest, daß Breivik unter Einfluss von Drogen stand als er die Massaker verĂŒbte, laut GesprĂ€ch mit seinem Anwalt "..um stark und wach zu sein, sowie um effizienter handeln zu können..".


    Das Cosirex Forum verurteilt jegliche Gewalt auf's SchÀrfste.
    Gewalt, egal welchen Motiven und falschem Irrglauben sie entspringen mag, ob politischer, religiöser, gesellschaftlicher oder persönlicher Natur, ist von sich aus total falsch.
    Man mĂŒsste sich vorstellen: Ein AttentĂ€ter, woher er aus unserer Welt er auch kommen mag, wĂ€re selbst eines der Opfer seiner eigenen Gewalttat. Grade so, als ob man die Personen von Opfer und TĂ€ter in Raum und Zeit vertauscht. Dies ist die Logik der Gewaltfreiheit. Denn jeder Mensch der zu so sinnloser Gewalt bereit ist sollte sich gewiß sein, er könnte zu anderer Zeit, z.B. in seiner eigenen Kindheit selbst ein Opfer von sich selbst sein.
    Die jahrtausendalte Formel, daß Gewalt immer wieder nur Gewalt hervorbringt, und Gutes immer wieder Gutes erwachsen lĂ€sst, hilft den Opfern in Norwegen leider nicht mehr.
    Doch wollen wir hier an diesem Ort ein Forum sein, in dem wir Menschen ĂŒber jegliche Form von Gewalt reden.


    Wir möchten noch den Mut eines deutschen Campers herausstellen, der als einer der ersten geholfen hat mindestens 50 Jugendliche zu retten. Marcel Greffe gilt unserer aller Hochachtung. Der Mecklenburger Camper sah vom Festland aus den Rauch und hörte die SchĂŒsse von der Insel, sah durch sein Fernglas Menschen um ihr Leben schwimmen. Er sprang in sein Motorboot und fuhr zur Insel rĂŒber.
    An der Insel angekommen sammelte er in UfernĂ€he so viele Menschen ein wie er konnte, der AttentĂ€ter schoß sogar auf das Boot. Er fuhr zum Festland brachte die unterkĂŒhlten Jugendlichen in Sicherheit, um dann erneut immer wieder zur Insel zu fahren um noch mehr Menschen zu retten. Er fuhr unzĂ€hlige Male hinĂŒber und versuchte so viele zu retten wie er konnte.
    Mit Marcel fuhren dann immer mehr mutige Menschen zur Insel und retteten die schwimmenden Menschen. Denn der AttentÀter konnte durch diverse UnzulÀnglichkeiten erst nach 1,5 Stunden festgenommen werden. So lange dauerte dieses traurige Massaker.
    Ein Dank an Marcel Greffe und seinen mutigen Mitstreitern. Deren Mut steht der Feigheit des AttentĂ€ters gegenĂŒber.
    Unser MitgefĂŒhl gehört allen Opfern, deren Angehörigen, Freunden und den noch vermissten Menschen.