ACHTUNG - Emojis und Unicode Bilder in Webseiten - RISIKO

  • Hallo Webdesigner, Webseitenbetreiber und IT-Freunde,

    aus aktuellem Anlaß möchte ich an dieser Stelle kurz von meinen Erfahrungen mit den Grafiken, Bildern und Zeichen in Webseiten berichten.

    Beim Posten von Cosirex-Screenshots wurde ich angefragt ob es für die Woltlab Community Software ein Plugin/Addon gibt um sie zu integrieren.

    Zur Frage:

    Nein. Wird es auch nicht. Denn selbst wenn irgendwann intelligente, selbst-denkende Home-Computer im Einsatz sind, werden auch die nur schwerlich über die psychologische Wirkung von Zeichen entscheiden können.


    Kurz in Stichpunkten:

    Die Emojis, Unicode, UTF-8, ASCII Zeichen und Bilder wurden von mir der Aussage des textes entsprechend handverlesen eingefügt.

    Risiko: Suchmaschine Google hat sie seit mindestens einem halben Jahr oder Jahr aus den Webseiten-Titeln (meta title) verbannt. Es wird nur der Text um die Grafiken herum in den Suchergebnissen angezeigt.

    Warum? es hat wohl im Land der Entstehung der Emojis "Japan" und damit in ganz Asien einen Hype gegeben. Die Webseiten dort sind seit Beginn des Internets ohnehin schon sehr bilderlastig und farbenfroh. Ich nehme an Google wollte etwas drosseln um überhaupt noch eine gesunde Übersicht auf den Suchergebnisseiten zu gewährleisten. Wenn es jeder macht, ist es auch nichts Besonderes mehr!


    Der Clou - Die Ausnahmen:

    In der Webseiten-Beschreibung (meta decription) und Breadcrumbs (URLS unter den Titeln) der Google-Suchergebnisse werden sie weiter angezeigt.

    Google ist ja dauernd dabei sich selbst neu zu erfinden und zu verbessern, Algoritmus-technisch leider zum Nachteil, doch das ist ein anderes Thema.

    Deshalb drehen sie auch immer wieder an den Stellschrauben ihrer eigenen Präsentation und der Darstellung der angebotenen Dienste.

    Das äußert sich wie folgt: Emojis und Unicode flogen zwar aus den "absoluten" Titeln raus, nicht aber aus den Sitelinks, welche bekanntlich eine Form von Untertiteln sind.

    Im Falle Cosirex Community kann man zurzeit fasziniert feststellen, an einem oder mehreren Tagen sind die Symbole in den Sitelink-Titeln zu sehen, dann wieder nicht, und eine Woche später sind sie plötzlich an gleicher Stelle wieder da.

    Wieder ein eindrucksvolles Beispiel für den immerwährenden Strom der Veränderungen im WorldWideWeb.


    Das Gute:

    Die Bilder sind absolute Eyecatcher und ziehen den Betrachter der Google-Suchergebnisseiten magisch an. Obwohl es auch Totalverweigerer gibt. Manchmal bin ich auch so einer, da nämlich solche Zeichen bevorzugt von kommerziellen Menschenfängern sind, die aber-millionen Vergleichsseiten, Phishingseiten und vor allem Spammer-Portale gehe ich gelegentlich extra nicht auf solche grafischen Menschenfänger-Links in Google und Co.

    Ich habe den Test in dieser brachialen Gewalt auch nur als wirklichen Versuch im produktiven Umfeld gemacht, weil zweierlei geschehen ist. Im Dezember 2016 änderte ich hier und in der Chattergalerie das komplette Verzeichnissystem, ich benannte die Apps um, von z.B. "gallery" zu "photos", "blog" zu "blogs". Doch damit nicht genug, das ehemalige WCF, also den Inhalt vom Community-Framework-Verzeichnis habe ich in das Domain-Root-Verzeichnis entpackt und das dortige Forum in ein gleichnamiges Verzeichnis gepackt. Keine Weiterleitung über "rewrite" eingerichtet.

    Die Änderung des nahezu kompletten Verzeichnissystems zerstörte circa 87% aller in Suchmaschinen verlinkter Inhalte und Seiten. Der Google-Index fiel nach dem Upgrade auf die neue, hervorragende Woltlab Suite von nahezu Heute auf Morgen in den Keller. Ende 2016 hatte ich im Google-Index ~ 82.000 Seiten, 2 Monate später 40.000, 4 Monate später nur noch 13.300. Ab dann ging es wieder stetig bergauf.

    Nur deshalb, weil das Cosirex sowieso aus der Asche neu erstehen musste, konnte ich dieses gewagte Risiko mit den Emojis eingehen.

    Denn zu Verlieren gab es nichts mehr.

    Die lebendige Community wurde zum Selbstversuch - zum Testobjekte ohne Grenzen und für Menschen ohne Nerven [*Männer ohne Nerven*]


    Gut an Emojis in Google ist: Man kann im Kontext von Text und Grafik suchen. Google zeigt also bei der Eingabe von Emojis und Unicode in Verbindung mit Text auch faszinierenderweise ähnliche Texte mit genau diesem Emoji oder symbol an. Das ist fast lustig...


    Das Schlechte 

    Wenn die Suchmaschinenbenutzer allgemein nur diffuse Suchbegriffe verwenden, also wie gewohnt ohne Emojis und Bildchen, dann fällt dein Platz im Ranking nach hinten ins Nirwana der Suchergebnisse im Internet.

    Gefährlich sind auch bestimmte PHP.ini-Einstellungen in Bezug auf Kompression. Da ich dieses Jahr begann die zlib-Kompression im PHP-Handler PHP-FPM 7.1.4 zu aktivieren und ich das Betriebssystem von Ubuntu 14.04 auf 16.04 endlich upgraden konnte, war nach dem Einspielen des Backups die ganze Webseite mit Platzhaltersymbolen übersät. Nach dem Einschalter der on-the-fly-Kompression über zlib beim PHP-Handler waren die Emojis und Unicode-Zeichen auch wieder sichtbar, alles in Ordnung.


    Vielleicht entwickjelt sich das Netz auch weiterhin eher nur noch zum Negativen und die total verdummten, seelenlosen Internetnutzer wollen nur noch in Symbolen kommunizieren. Sie entwickeln sich weiter zurück, verlernen die Sprache, erst nur noch Englisch, dann Urzeit-Laute und Gebrüll (Gestöhne beim Sex) bis am Ende nur noch Zeichensprache verwendet wird auf einer Welt ohne Natur, Tiere und gar nix...


    Viel Spaß mit Emojis, Unicode-Symbolen, UTF-8-Zeichen, Grafiken, Bildchen und mehr....


    Fazit: Die Nutzung von Emojis ist ein zweischneidiges Schwert. In Maßen okay, in Massen kontraproduktiv.